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Online-Banking boomt, aber es gibt Defizite

von wm am 31.10.2011

chiptan postbank 1 300x200 Online Banking boomt, aber es gibt DefiziteDen Weltspartag am vergangenen Freitag hat der IT-Dachverband BITKOM zum Anlass genommen, um eine kleine Studie zum E-Banking vorzustellen. Danach hat jeder zweite Internetnutzer (53 Prozent) in Deutschland schon einmal Finanztransaktionen im Internet durchgeführt. Am beliebtesten ist dabei Online-Banking, also Online-Überweisungen und -Daueraufträge. Es wurde von rund der Hälfte der User bereits genutzt. Jeder achte Internetnutzer hat schon ein Konto online eröffnet, jeweils sechs Prozent haben online Aktien gekauft oder sich zu Geldanlagen beraten lassen. Weiteres Ergebnis der repräsentativen Befragung:

Das Potenzial für weiteres Wachstum ist da. Zwar sagen 56 Prozent derjenigen, die noch keine derartigen Trankaktionen vorgenommen haben, sie hätten schlichtweg keinen Bedarf. Jeder zweite aber wird durch Angst vor mangelndem Datenschutz (51 Prozent) und wegen Sicherheitsbedenken (46 Prozent) davon abgehalten. Nur jeder zehnte sagt dagegen, das Ganze sei ihm zu kompliziert.

Dieser Aussage widerspricht allerdings nicht nur eine gerade vorgelegte Untersuchung der Agentur Web Arts AG, wonach viele Online-Banking-Anwendungen deutscher Geldinstitute technisch veraltet sind und Benutzerfreundlichkeit vermissen lassen. Auch nach einer pünktlich zum Weltspartag präsentierten Studie von McKinsey und Google, die neben den Websites der Geldinstituten auch die der Assekuranzunternehmen untersucht hat, gelingt es den Finanzdienstleistern heute meist nicht, die Internetnutzer an sich zu binden.

Laut der Untersuchung sind zwar seit 2007 die Suchanfragen zu Banken und Versicherungen im Web um mehr als 130% gestiegen. Doch verlassen im Durchschnitt 30% aller Besucher die Internetseiten von Versicherern nach nur einem Klick wieder. Bei Banken sind es 15 bis 20%. Die Gründe für diese hohe Absprungrate: Produktangebot, Kundenservice und technische Grundlagen wie die Ladezeiten der Webseiten sind nicht optimal. Viele Interessierte sind daher weg, ehe sie zu den kaufentscheidenden Themen gelangen. Weiter heißt es in der Studie:

Damit verlieren Finanzunternehmen potenzielle Kunden im Internet. Gleichzeitig wirken sich die Schwachpunkte im Internetauftritt auch auf das Geschäft in Filialen und Agenturen aus. Da sich bereits jeder Zweite vor einem Gespräch mit seinem Bankberater online informiert, ist die optimale Vernetzung von Internetauftritt und Gesprächssituation so wichtig.

Häufig mangele es an einem systematischen Zusammenspiel der Instrumente und einer Strategie, um die Nachfrage auf der Internetseite zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen, so die Ergebnisse der Studie. Das liegt auch daran, dass die Instrumente sich häufig in verschiedenen Verantwortlichkeiten befinden: beispielsweise die Suchmaschinenoptimierung beim Marketing und die Steuerung der Internetseiten bei der IT-Abteilung. Eine verschenkte Chance – so die Untersuchung. In einigen Sparten wie Kfz- oder Reiseversicherungen würden die Verträge bereits zu 14% online abgeschlossen. Fazit: “Diese Rate könnte deutlich höher sein, wenn die Versicherer ihre Internet-Präsenz besser gestalten würden.” Ähnliches gelte auch für die Banken.

von → Kundenservice