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Chefs investieren in digitale Technologien und Prozesse, nutzen sie aber nicht

von wm am 31.08.2011

Investitionsentscheidungen in Unternehmen werden von Menschen getroffen, nicht selten aus einem subjektiven Gefühl heraus und ohne großen strategischen Plan. Etwa wenn es um die Einführung von Lösungen für das Customer Experience Management geht. Nun sind aber an solchen Projekten sehr unterschiedliche Menschen beteiligt: Männer und Frauen, jüngere und ältere, auf verschiedenen Hierarchiestufen.  Da wäre es natürlich einmal sehr interessant zu wissen, ob es zwischen ihnen Unterschiede in der Einstellung gegenüber der fortschreitenden Digitalisierung gibt und inwieweit Investitionsentscheidungen und die persönliche Nutzung solcher Technologien vielleicht auseinanderklaffen?

Eine soziografische Studie des Digital Intelligence Institute (dii) unter mehr als 1.000 Führungskräften, in der zwischen den drei Positionsebenen Geschäftsleitung, Fachbereichsverantwortliche und Teamleiter unterschieden wurde, hat genau diese Fragen im Detail untersucht. Ihr Ergebnis: Das Top-Management weist bei der persönlichen Nutzung von Computern, Smartphones oder Tablet-PCs die vergleichsweise größte Distanz zu diesen Geräten auf. Es moniert etwa zu einem Drittel, dass die neuen Technologien häufig eine Belastung darstellen, jeder fünfte aus dieser Befragungsgruppe erachtet sie sogar als „eher überflüssig“. Wohingegen sich die Fachbereichsleiter und Teamverantwortlichensich deutlich aufgeschlossener zeigen. Was aber vor allem auch eine Altersfrage ist: Je jünger, desto eher gehören die digitalen Gerätschaften zum Alltag. Geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es dagegen kaum: Frauen und Männer empfinden die digitale Entwicklung quer über die Hierarchiepositionen in relativ ähnlicher Weise.

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Interessant ist die Frage, ob sich die persönliche Aversion gegen die elektronischen Helfer auf die Investitionsentscheidungen der Chefs auswirkt? Hier kommt die Befragung  zu einem klaren Nein. Dazu heißt es in der Studie:

Auch in der Frage, wie wichtig verstärkte Investitionen in digitale Technologien und Prozesse erachtet werden, zeigen sich in der soziografischen Betrachtung deutliche Abweichungen gegenüber dem persönlichen Verhältnis zur digitalen Welt in den verschiedenen Befragungsgruppen. Dies gilt insbesondere für das obere Management. Zwar zeigt es persönlich eine gewisse Distanz zu den digitalen Medien, doch nur jeder sechste von ihnen bezeichnet solche Investitionen als überflüssig. Im Gegenteil werden sie von 64 Prozent als zukunftsrelevant oder zumindest erstrebenswert beurteilt. Bei den Fachbereichsmanagern und Teamleitern liegt die Quote derer, die sich für ein stärkeres Engagement der Firmen in digitale Techniken aussprechen, sogar jeweils bei über drei Viertel.

Und das ist die gute Botschaft: Unabhängig davon, ob sie selbst bei Facebook Mitglied sind, twittern oder mit einem iPad herumlaufen: Die Unternehmenschefs in Deutschland haben die Bedeutung der vor sich gehenden Veränderungen erkannt und reagieren darauf auch ohne ein starkes persönliches Interesse an den digitalen Instrumenten. “Dies deutet darauf hin, dass die Investitionserfordernisse relativ unabhängig von den eigenen emotionalen Bezügen bewertet werden“, ist das Fazit der Studie.